Wer in Kotzenbüll am „Bumsweg“ wohnt, in St. Pölten in der „Stoßgasse“ oder in Wien direkt am „Stoß im Himmel“, hat im Alltag eine Geschichte parat. Postboten lachen, Taxifahrer fragen zweimal nach, und Ortsschilder werden regelmäßig geklaut. Erotik.com hat die pikantesten Adressen zwischen Nordsee und Alpen zusammengetragen – und nachgesehen, was wirklich hinter den Namen steckt.
Straßennamen erzählen Geschichten. Sie erinnern an Handwerker, an Flurstücke, an alte Mühlen und längst vergessene Hausbesitzer. Manchmal aber lesen sich diese Geschichten heute, ein paar Jahrhunderte später, ganz anders als ursprünglich gemeint. Ein Schmunzler ist garantiert – ein roter Kopf manchmal auch. Erotik.com hat die heißesten Schilder zwischen Nordsee und Alpen kartografiert.

Der Klassiker schlechthin und in Deutschland ein Unikat: Den Straßennamen "Bumsweg" gibt es laut Straßenverzeichnis nur ein einziges Mal in ganz Deutschland, und zwar im nordfriesischen Kotzenbüll auf der Halbinsel Eiderstedt. Mit dem, was man unweigerlich vermutet, hat der Name natürlich nichts zu tun: "Bums" ist im Niederdeutschen ein lautmalerisches Wort für einen dumpfen Schlag oder ein Geräusch – vermutlich verweist es hier auf einen Bach oder eine Stelle, an der etwas dumpf "bumste", etwa eine Mühle, ein Wehr oder ein einfallendes Wasser.
Ein Dorf im Landkreis Cuxhaven, das schon mehrfach wegen geklauter Ortsschilder Schlagzeilen machte. Die Bewohner nehmen es gelassen. Tatsächlich hat der Name eine völlig saubere Erklärung: Das mittelhochdeutsche "ficken" bedeutete bis ins 18. Jahrhundert lediglich "reiben" oder "hin- und herbewegen" – und beschreibt damit die Mechanik einer Mühle, deren Gestänge die Drehbewegung des Wasserrads in eine Vor- und Zurückbewegung umsetzte, etwa für eine Säge. Eine andere Theorie führt den Namen auf einen Müller namens Friedrich zurück, der vor Jahrhunderten das Gut Fickmühlen (heute übrigens vorsichtshalber "Rittergut Valenbrook") betrieben haben soll.
Klingt nach Wäscheabteilung, ist aber maritimes Handwerk. "Zum Slip" liegt in der historischen Werftsiedlung Einswarden an der Unterweser – und der Name ist hier ganz wörtlich gemeint: Ein "Slip" oder eine "Slipanlage" ist im Schiffbau die schräge Rampe, auf der Schiffe ins Wasser gelassen oder zur Reparatur an Land gezogen werden. Die kleine Straße führte einst direkt zur ehemaligen Werft – heute endet sie prosaisch bei Hausnummer 1. Slang-Bedeutung: Fehlanzeige. Trotzdem eines der beliebtesten Fotomotive für Touristen, die durch Nordenham fahren.
Im Dortmunder Stadtbezirk Aplerbeck schlängelt sich der "Spannerweg" durch ein ruhiges Wohngebiet – mit Voyeurismus hat er nichts zu tun. In der westfälischen Bauterminologie ist ein "Spanner" eine waagerechte Holzverstrebung, die das Gebälk eines Fachwerkhauses zusammenhält – ein ganz handfestes Zimmermannswort. Genauso plausibel ist eine Ableitung von einem alten Hof- oder Flurnamen, wie sie in Aplerbeck reichlich vorkommen. Klar ist nur: Niemand hier wollte mit dem Straßennamen einen Witz machen – der Witz hat sich erst über die Jahrhunderte ergeben.
"Im Poppen" liegt am Stadtrand von Steinau und ist ein klassischer Flurname – also der historische Name eines bestimmten Stück Lands, der irgendwann zum Straßennamen wurde. "Poppen" ist im hessischen Raum ein verbreiteter Flur- und Familienname und geht vermutlich auf den alten Vornamen "Poppo" zurück, einen im Mittelalter gängigen Männernamen (derselbe Poppo steckt auch in "Poppenbüll" oder zahlreichen "Poppenhöfen"). Wahrscheinlich gehörte das Land also irgendwann mal einem Poppo. Mit der jüngeren umgangssprachlichen Bedeutung des Wortes hat das ganze rein gar nichts zu tun – aber das Schild fotografiert sich trotzdem hervorragend.
Die schönste Personenehrung mit Überraschungseffekt: Die Heinz-Geil-Straße im rheinhessischen Weindorf Monzernheim ist nach einem verdienten Bürger der Gemeinde namens Heinz Geil benannt – "Geil" ist im Ort schlicht ein verbreiteter Familienname. Im örtlichen Branchenverzeichnis stehen gleich sechs verschiedene Adressen unter dem Nachnamen Geil. Wer Heinz Geil genau war, ist nicht überall dokumentiert, aber dass eine Straße nach ihm benannt wurde, spricht dafür, dass er sich um Monzernheim verdient gemacht hat. Wie beim Bumsweg gilt auch hier: Die Heinz-Geil-Straße gibt es deutschlandweit nur ein einziges Mal.
Schauenburg liegt im Landkreis Kassel direkt am Habichtswald – und der "Leckenweg" ist hier ein kleiner Feldweg. Der Name hat einen handfest geologischen Ursprung: "Lecke" oder "Leck" ist im Hessischen ein altes Wort für eine sumpfige, feuchte Stelle oder eine Quelle, die aus dem Boden austritt. Verwandt mit dem Verb "lecken" im Sinne von "undicht sein" oder "durchsickern" – wie ein "leckes Schiff" auch heute noch.
Vermutlich der charmanteste Eintrag der ganzen Liste. "Gelegenheit" bezeichnete im älteren Deutsch eine Lage oder einen Standort, an dem etwas "gelegen" war – ein Gasthaus, eine Aussicht, ein besonders schöner Platz. Heute klingt es wie eine zwinkernde Einladung.
Der "Nackterweg" führt im oberpfälzischen Tiefenthal durch die offene Feldflur – und der Name hat tatsächlich mit "nackt" zu tun, allerdings im topografischen Sinne: Im Bairischen wie in vielen anderen Mundarten bezeichnet "nackt" eine kahle, baumlose Flur, also ein Gebiet ohne Bewuchs. Ein "nackter Acker" oder eben "nackter Weg" war schlicht einer, der ungeschützt durch die offene Landschaft führt – ohne schattenspendende Bäume oder Hecken am Rand. Wer hier im Hochsommer entlangläuft, weiß sofort, was die Namensgeber gemeint haben.
Eine der ältesten Gassen der Augsburger Altstadt trägt diesen pragmatischen Namen – und er ist genau so gemeint, wie er klingt: "Im Sack" war im Mittelalter die übliche Bezeichnung für eine Straße, die in einer Sackgasse endet, also nicht durchgängig befahrbar ist. Solche "Sackstraßen" und "Im-Sack"-Adressen finden sich in alten Städten überall im deutschsprachigen Raum (auch in Wien, Graz und vielen weiteren Orten) und sind in der Regel deutlich älter als das moderne Wort "Sackgasse". Der Bildvergleich ist denkbar einfach: Wer reinläuft, sitzt im Sack und muss wieder raus, wo er reingegangen ist.
Der Strullerweg im 80-Einwohner-Weiler Landsberied (Landkreis Fürstenfeldbruck) ist gerade einmal 70 Meter lang. "Strullen" ist im Bairischen tatsächlich umgangssprachlich für das, was man dabei vermutet, aber der Namensursprung dürfte harmloser sein: "Strulln" oder "strollen" bedeutet im Bairischen auch schlicht "rinnen" oder "plätschern" – vermutlich gab es am Weg also einmal einen kleinen Bach oder ein Rinnsal, das im Volksmund eben so genannt wurde.

"Rammeln" war ursprünglich der Begriff für das Paarungsverhalten von Hasen und Kaninchen. Bei Höfen und Flurnamen verweist "Rammel" aber oft auf eine Familie dieses Namens oder auf einen Ort, an dem es viel Wildbestand gab.
Hier geht es ausnahmsweise um ein ganz konkretes Handwerk: Ein "Hammer" war eine Schmiede oder ein Hammerwerk, oft an einem Bach gelegen, dessen Wasserkraft den großen Hammer antrieb.
Ein Name, bei dem die Fantasie schneller arbeitet als die Sprachgeschichte. "Stoß" war über Jahrhunderte ein völlig unspektakuläres Wort des Alltags: Es konnte einen Anstoß im Sinne von Angrenzen bezeichnen ("das Grundstück stößt an …"), eine Stelle, an der zwei Wege oder Gemarkungen aufeinandertreffen, oder schlicht einen Familiennamen – die Stoß sind eine alte, weit verbreitete Sippe im süddeutsch-österreichischen Raum. Auch Wiens berühmter Gassenname "Stoß im Himmel" geht zum Beispiel auf einen Hausbesitzer namens Hans Stosanhiml zurück. In St. Pölten verbindet die Stoßgasse heute, sehr profan, die Josefstraße mit dem Spratzerner Kirchenweg.
Die Sackstraße ist der älteste noch bestehende Straßenzug von Graz und wurde bereits Anfang des 12. Jahrhunderts angelegt. Ihr Name geht auf das mittelalterliche Wort für "Sackgasse" zurück: Der (erste) Sack erhielt seinen Namen davon, dass er im Norden direkt an die Stadtmauer stieß und ursprünglich keinen Ausgang hatte. Im Lauf der Jahrhunderte wuchs die Straße um zwei weitere "Säcke" in Richtung Norden, und seit 1875 fasst man alle drei als Sackstraße zusammen. Heute ist sie eine der schönsten Einkaufsstraßen der Stadt.
Klingt wie ein Disco-Hit, ist aber Geografie. Ein "Bühel" ist im Bairisch-Österreichischen ein Hügel. "Lust" bedeutete im älteren Deutsch oft schlicht "Freude" oder "Vergnügen" – ein "Lustbühel" war also ein Aussichtshügel, von dem aus man Freude am Panorama hatte. In Graz steht hier sogar eine bekannte Sternwarte.
Ein klassischer Lagebezeichner: Die Straße verläuft schlicht hinter einem Hof.
Trotz des verfänglichen Klanges hat die Puffergasse vermutlich mit einem Familiennamen oder einem Hausschild zu tun – "Puffer" war ein alter Begriff für eine Art Backwerk oder Pfannkuchen (vergleiche Kartoffelpuffer).
Hier wird es interessant, weil der Name selbst Folge einer Verballhornung ist. Ursprünglich hieß die Gasse ab 1432 "Unter den Nadlern", weil dort laut Zunftordnung von 1378 die Nadler – Schmiede, die verschiedene Arten von Nadeln herstellten – ihr Gewerbe ausübten. 1547/1548 ist für diesen Teil erstmals die Bezeichnung Naglergasse nachzuweisen (lediglich eine Verballhornung des ursprünglichen Namens). Aus "Nadler" wurde also über die Jahrhunderte "Nagler" – ein netter Beleg dafür, wie sehr sich Straßennamen im Volksmund verändern.
Eine der charmantesten Geschichten der ganzen Liste – und zugleich eine Sage. Offiziell trägt die kleine Gasse im 1. Bezirk seit 1796 den Namen Stoß im Himmel nach dem Schild des Hauses Nummer 3 (Stoß-im-Himmel-Haus), das 1522 nach dem Besitzer Hans Stosanhiml erworben worden war. Die Bürgerfamilie Stoßimhimmel war im mittelalterlichen Wien wohlhabend und angesehen.
Daneben gibt es eine berühmte Wiener Sage: Eine hochmütige, eitle Frau soll in dieser Gasse mit dem Teufel einen Pakt geschlossen haben. Als der Teufel sie zur Geisterstunde holen wollte, riss sie ein himmlischer Stoß zurück – ein Marienbild unter ihrem Kleid rettete sie vor dem Höllenfeuer. Seitdem, so die Legende, heiße die Gasse "Stoß im Himmel".
"Reiber" war ein altes Wort für jemanden, der etwas reibt oder reinigt – häufig ein Berufsname für Färber, Walker oder Mahler.
Hier ist die Auflösung wissenschaftlich: Die Gasse ist nach dem dänischen Atomphysiker und Nobelpreisträger Niels Bohr (1885–1962) benannt – einem der Begründer der modernen Quantenphysik. Auch wenn das Schild Anlass zu Witzen gibt: Im Bezirk Landstraße rund um das Vienna Biocenter sind viele Straßen nach berühmten Naturwissenschaftlern benannt.
Die meisten dieser Straßennamen haben eines gemeinsam: Sie stammen aus einer Zeit, in der die Wörter, die heute zweideutig oder anzüglich klingen, schlicht etwas anderes bedeuteten. "Ficken" war eine Bewegung, "geil" war fröhlich, "Lust" war Freude, ein "Sack" war eine Sackgasse. Was sich verändert hat, ist nicht die Straße, sondern unser Wortschatz.
Genau das macht den Reiz aus: Wer mit einem zweiten Blick durch Deutschland und Österreich fährt, entdeckt unter scheinbar harmlosen Schildern eine erstaunlich vielschichtige Sprach- und Sozialgeschichte – und unter pikant klingenden Schildern meistens den ältesten Müller des Dorfes, einen ehemaligen Pappelhain oder eine mittelalterliche Zunft.
Trotzdem: Wer Lust auf einen Roadtrip mit Lachgarantie hat, sollte sich diese Adressen merken. Spätestens beim Foto am Ortsschild wird klar, warum die Anwohner mit so viel Humor leben müssen – und warum Schilder wie die in Fickmühlen so regelmäßig spurlos verschwinden.
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