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Hinter jedem Film stehen Menschen. Seit 2019 unterstützen wir deshalb eine Organisation, die genau für diese Menschen da ist.
Wenn es dir gerade richtig schlecht geht: Du musst da nicht allein durch. In Deutschland erreichst du die TelefonSeelsorge kostenlos und rund um die Uhr unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123, auch per Chat und Mail. Bei akuter Gefahr wähl bitte sofort die 112.
Pineapple Support ist eine gemeinnützige Organisation aus den USA, die sich um die psychische Gesundheit von Menschen kümmert, die in der Online-Erotikbranche arbeiten. Darsteller:innen, Creator, Cam-Models und alle, die hinter der Kamera mitwirken, bekommen dort kostenlose oder bezahlbare Therapie, Selbsthilfegruppen und emotionale Unterstützung. EROTIK.com unterstützt und sponsert Pineapple Support seit 2019.
In diesem Beitrag erfährst du, warum mentale Gesundheit in unserer Branche so ein wichtiges Thema ist, was Pineapple Support konkret anbietet und warum wir dahinterstehen. Außerdem: wie Betroffene Hilfe bekommen und wie du selbst etwas beitragen kannst.
| Pineapple Support | |
|---|---|
| Was ist das? | Gemeinnützige Organisation (US-Non-Profit nach 501(c)(3)) für die mentale Gesundheit von Menschen in der Online-Erotikbranche |
| Gegründet | 2018 von Leya Tanit, einer britischen Darstellerin |
| Angebot | Einzeltherapie, Selbsthilfegruppen, Workshops, Webinare, emotionale Unterstützung, Videos und Podcast |
| Kosten | Gruppen, Workshops und Events kostenlos; Einzeltherapie nach dem Prinzip „Zahl, was du kannst“ |
| Für wen? | Wer aktuell in der Online-Erotikbranche arbeitet und in den letzten sechs Monaten durchgehend aktiv war |
| Notfalldienst? | Nein. In akuten Krisen bitte Notruf 112 oder TelefonSeelsorge |
| Website | pineapplesupport.org |
Wenn du einen Film bei uns schaust, siehst du das Ergebnis: Licht, Kamera, Chemie. Was du nicht siehst, ist alles drumherum. Und das kann ganz schön schwer wiegen.
Menschen, die in der Erotikbranche arbeiten, haben mit Belastungen zu kämpfen, die es in anderen Jobs so kaum gibt. Pineapple Support zählt unter anderem auf: Belästigung im Netz, Diskriminierung, Ablehnung durch die eigene Familie, die Angst vor Doxxing (also davor, dass private Daten wie Wohnort oder Klarname öffentlich gemacht werden), Zensur, Scham und finanzielle Unsicherheit. Dazu kommt ein Problem, über das selten gesprochen wird: Oft fehlt der Zugang zu Therapeut:innen, die den Beruf ohne Vorurteile akzeptieren.
Gerade Creator, die ihre Inhalte selbst produzieren und vermarkten, sind oft Ein-Personen-Unternehmen. Sie stehen ständig im Kontakt mit Fans und sind dauernd online. Kommentare, Nachrichten und Bewertungen landen direkt bei ihnen. Feierabend gibt es da selten.
Wie es um die psychische Gesundheit von Pornodarsteller:innen tatsächlich steht, ist übrigens erstaunlich wenig erforscht. Eine systematische Literaturübersicht von Hannes Jarke im Journal of Public Mental Health (2022) fand nur drei Studien zum Thema, alle aus den USA. Die Datenlage ist laut Autor bestenfalls uneinheitlich, deutet aber darauf hin, dass manche Darsteller:innen psychisch stärker belastet sind. Als einen möglichen Grund für die dünne Datenlage nennt er das Stigma, das auf der Branche liegt. Genau dieses Stigma ist auch einer der Gründe, warum es Angebote wie Pineapple Support braucht.
Pineapple Support wurde 2018 von Leya Tanit gegründet, einer britischen Darstellerin. Auslöser war eine Reihe von Suiziden, die die Branche Anfang 2018 erschüttert hatten. Nach den Branchenmessen XBIZ und AVN im selben Jahr war für sie klar, dass sich etwas ändern musste. Im April 2018 ging Pineapple Support an den Start. Heute ist daraus eine international tätige Organisation mit eigenem Team, Vorstand und Botschafter:innen geworden. Hilfe gibt es unter anderem in den USA, in Lateinamerika (auf Spanisch), in Rumänien und für den Rest der Welt.
Und warum ausgerechnet Ananas? „Pineapple“ ist laut der Organisation eines der am häufigsten genutzten Safewords in den USA. Genau so versteht sich Pineapple Support auch: als Safeword für die ganze Branche. Als Signal, dass du unterstützt wirst, geschützt bist und nicht allein.
Nach eigenen Angaben hat Pineapple Support inzwischen über 20.000 Menschen unterstützt und arbeitet mit mehr als 600 lizenzierten Fachleuten zusammen. Die Organisation ist in den USA als gemeinnützig nach Section 501(c)(3) anerkannt.
Das Herzstück ist die Vermittlung professioneller Hilfe. Die Fachleute im Netzwerk sind Therapeut:innen, Coaches, klinische Sozialarbeiter:innen und Berater:innen, die bewusst ohne Vorurteile gegenüber Sexarbeit arbeiten. Pineapple Support beschreibt sie als „sex-worker-affirming“.
Das Angebot im Überblick:
Was kostet das? Selbsthilfegruppen, Drop-ins, Workshops, Webinare und Events sind komplett kostenlos. Für die Einzeltherapie gilt das Prinzip „pay what you can“: Du gibst, was du dir leisten kannst, den Rest übernimmt Pineapple Support. Möglich wird das durch Spenden und Sponsoren aus der Branche.
Wichtig: Pineapple Support ist ausdrücklich kein Krisendienst. Bist du in akuter Gefahr, wähl bitte sofort die 112 oder ruf die TelefonSeelsorge an. Auf der Website von Pineapple Support gibt es außerdem ein internationales Verzeichnis mit Krisen-Hotlines, auch für Deutschland.
Wir verkaufen Filme. Damit verdienen wir unser Geld, und wir lieben, was wir tun. Aber jeder Film in unserem Katalog existiert nur, weil Menschen vor und hinter der Kamera ihn möglich gemacht haben. Ihnen gegenüber tragen wir Verantwortung, und zwar nicht nur bis zum Ende des Drehs.
Für uns gehört zu einer fairen Branche mehr als ein gutes Produkt. Es geht um Arbeitsbedingungen, um Respekt und eben auch darum, dass niemand mit seinen Sorgen allein bleibt. Pineapple Support macht genau das: aus der Branche heraus, für die Branche, mit professioneller Hilfe statt gut gemeinter Ratschläge. Deshalb unterstützen und sponsern wir die Organisation seit 2019.
„Hinter jedem Film, den wir verkaufen, stehen Menschen: mit Leidenschaft für ihren Job, aber auch mit Druck, mit Anfeindungen im Netz und manchmal mit Sorgen, über die sie nirgends offen reden können. Seit 2019 unterstützen wir Pineapple Support, weil wir überzeugt sind: Eine Branche, die von ihren Darsteller:innen lebt, muss auch für sie da sein, wenn es ihnen nicht gut geht. Das ist für uns keine Imagefrage, sondern eine Selbstverständlichkeit. Und wir würden uns freuen, wenn noch viel mehr Unternehmen aus unserer Branche mitziehen.“
— Geschäftsführung von EROTIK.com
Wenn du die Arbeit von Pineapple Support selbst unterstützen möchtest, findest du alle Möglichkeiten auf der Spendenseite von Pineapple Support.
Und weil wir das Thema ernst nehmen, wollen wir auch dich als Zuschauer:in mitnehmen. Wie du Filme schaust, macht einen Unterschied. Worauf du dabei achten kannst, liest du in unserem Ratgeber Pornos auf ethische Weise schauen. Eine kurze Checkliste für faire Produktionen findest du außerdem in unserem Guide Pornos für Frauen.
Du arbeitest selbst in der Branche und merkst, dass es dir nicht gut geht? Dann ist das kein Zeichen von Schwäche, sondern ein guter Grund, dir Unterstützung zu holen. So läuft es bei Pineapple Support ab:
Und was ist mit deinen Daten? Nach deiner Anmeldung bekommst du einen internen Code. Zwischen Pineapple Support und deiner Fachperson wird dieser Code genutzt, nicht dein voller Name.
Die Website ist auf Englisch, Therapiesitzungen gibt es aber in mehreren Sprachen. Wenn du lieber mit jemandem in Deutschland sprechen möchtest, ist die TelefonSeelsorge eine gute Anlaufstelle. Sie ist anonym, kostenlos und Tag und Nacht für dich da.
Du arbeitest nicht in der Branche, möchtest aber trotzdem etwas tun? Das geht ganz einfach:
Pineapple Support ist eine gemeinnützige Organisation aus den USA (Non-Profit nach 501(c)(3)). Sie vermittelt Menschen aus der Online-Erotikbranche kostenlose oder günstige Therapie, Selbsthilfegruppen und emotionale Unterstützung, ohne Vorurteile gegenüber ihrem Beruf.
Die britische Darstellerin Leya Tanit hat Pineapple Support 2018 gegründet. Auslöser war eine Reihe von Suiziden in der Branche Anfang 2018.
Zum großen Teil ja. Selbsthilfegruppen, Drop-ins, Workshops, Webinare und Events kosten nichts. Für Einzeltherapie zahlst du, was du kannst. Den Rest übernimmt Pineapple Support.
Alle, die aktuell in der Online-Erotikbranche arbeiten und in den letzten sechs Monaten durchgehend aktiv waren, zum Beispiel Darsteller:innen, Creator oder Cam-Models. Einen Arbeitsnachweis musst du erbringen.
Nein. Pineapple Support ist ausdrücklich kein Krisendienst. In Deutschland erreichst du in akuten Krisen den Notruf unter 112 und die TelefonSeelsorge kostenlos und rund um die Uhr unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123.
Über die Spendenseite auf pineapplesupport.org, einmalig oder regelmäßig. Unternehmen können außerdem ein Sponsoring-Paket buchen.
EROTIK.com unterstützt und sponsert Pineapple Support seit 2019. Für uns ist das Teil unserer Verantwortung gegenüber den Menschen, deren Filme wir verkaufen.
Alle Angaben zu Pineapple Support beruhen auf den Informationen auf pineapplesupport.org, Stand 1. Oktober 2026. Angebote, Bedingungen und Wartezeiten können sich ändern. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung.
Ich erkläre mich mit den AGB sowie der Datenschutzerklärung einverstanden. Abmelden kann ich mich jederzeit.
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